Mindestens minus 20 Grad

Frostschutz – wieviel Grad?

Mit dem Reifenwechsel allein ist es vor dem Winter nicht getan. Der Wagen sollte vor der einsetzenden Kälte gründlich gereinigt und Frostschutz eingefüllt werden. Für wieviel Grad sollte der Frostschutz reichen?

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Neben der Ölkontrolle sollten das Kühlwasser und die Scheibenwaschanlage vor dem Winter ausreichend mit Frostschutz versorgt werden. Je nach Mischungsverhältnis sollte das Wasser mindestens für Temperaturen bis -20 Grad Celsius gewappnet sein. Neben Reinigungszusätzen und Duftmitteln enthalten Scheibenreiniger für den Winter deshalb ein Mittel, das den Gefrierpunkt bis deutlich unter null Grad herabsetzt. In der Regel ist das Alkohol oder Glykol. Wie lange sie das Waschwasser oder die Kühlflüssigkeit davon abhalten, vom flüssigen in den festen Zustand überzugehen, hängt vom Mischungsverhältnis ab. Scheibenreiniger zu verwenden, die für den Sommer gedacht sind, kann im Winter Schäden an der Waschanlage hervorrufen. Die Mischung gefriert bereits bei wenigen Grad unter null, sinkt die Temperatur weiter, kann die Flüssigkeit das Reinigungssystem mitunter sogar regelrecht sprengen.

Vorrat anlegen

Autofahrer sollten sich bereits vor dem ersten klirrenden Frost einen Vorrat an geeignetem Scheibenreiniger anlegen. Ist der Winter erst einmal da, klettern die Preise zumindest an Autobahntankstellen oft so schnell wie die Temperaturen fallen. Besser und billiger ist es, sich rechtzeitig im Autozubehörhandel oder in der Autoabteilung eines Kaufhauses oder Baumarktes einzudecken. Scheibenreiniger werden meist als Konzentrat angeboten, auf dem Behälter ist das Mischungsverhältnis angegeben, mit dem Frostschutz bis zu bestimmten Minusgraden erreicht wird. Sinnvoll ist es, ein Mischungsverhältnis für bis zu rund 20 Grad Minus herzustellen. Um den Behälter für das Waschwasser korrekt füllen zu können, ist es empfehlenswert, sein Füllvolumen zu kennen. Und zwar sowohl vorne als auch für den Heckscheibenwischer. Die Bedienungsanleitung des Autos hilft im Zweifelsfall weiter.

Selbst mischen

Die Reinigungsmittel werden meist in 0,5- oder 1-Liter-Flaschen angeboten. Die Preise schwanken zwischen rund zwei und über zehn Euro. Entscheidend ist aber die Ergiebigkeit, also wieviel Waschwasser sich mit dem Konzentrat anmischen lässt. Ein auf den ersten Blick viel billigeres 1:2-Konzentrat zu verwenden, kann unterm Strich viel mehr kosten, als der Kauf einer deutlich teureren 1:100 Lösung. Pro Liter Waschwasser sind Kosten von unter einem Euro bis hin zu rund zehn Euro möglich. Ein altes Hausmittel ist es, dem Scheibenwaschwasser Brennspiritus und einen Schuss handelsübliches Spülmittel zuzusetzen. Tatsächlich ist damit eine einigermaßen anständige Scheibenreinigung möglich. Allerdings können sich, je nach Spülmittel, mehr oder weniger ausgeprägte Schlieren auf der Scheibe bilden. Problematischer sind solche Mischungen in Punkto Frostschutz. So erlauben die Fahrzeughersteller einen Spiritusanteil von maximal 15 Prozent, ein höherer Alkoholanteil greift angeblich Scheibendichtungen und Gummischläuche an. Eine solche Mischung gefriert aber bereits bei sieben Grad Minus, sie eignet sich also nur für gemäßigte Klimazonen.

Mitnahme im Kofferraum?

Wer sich in einem alten Kanister ein fertiges Gemisch aus Wasser und Scheibenreiniger auf Vorrat in den Kofferraum legt, spart nicht nur Geld, sondern auch Nerven: Meist verweigert die Wisch-Wasch-Anlage mangels Wasser im Tank ihren Dienst, wenn man unterwegs ist. Hat man das fertig gemischte Waschwasser im Kofferraum zur Hand, kann man am nächsten Parkplatz kurz rausfahren und hat wieder schnell klare Sicht. Für alle anderen, die die Anlage leer gemacht haben, bleibt zumindest bei Schnee ein Ausweg: Alle paar Kilometer runter von der Straße, ein paar Hand voll Schnee auf die Scheibe geworfen und mit dem Schmelzwasser die Scheibe wenigstens wieder kurzzeitig frei wischen.
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