Der Hut machte den Unterschied

Warum fuhr Adenauer Mercedes?

Spitzenpolitiker in aller Welt und ihre Fahrzeuge sind seit Jahrzehnten eine ganz eigene Geschichte. Eine ungewöhnliche Story stammt aus Deutschland, denn warum fuhr Adenauer Mercedes?

Datum:
Von 1949 bis 1963 bekleidete er als erster Mensch das Amt des Bundeskanzlers in der Bundesrepublik Deutschland: Konrad Adenauer. Doch vielen Auto-Fans ist Konrad Adenauer gar nicht wegen seiner 14-jährigen Amtszeit, sondern viel mehr wegen eines bestimmten Autos ein Begriff: Während seiner gesamten Amtszeit ließ sich der 1876 in Köln geborene Adenauer nämlich ausschließlich in einem Mercedes 300 chauffieren. Bis heute ist dieses Modell als "Adenauer-Mercedes" bekannt. Doch warum favorisierte Konrad Adenauer genau dieses Auto?

Kopf einziehen

Als es darum ging, einen geeigneten Dienstwagen für das ebenso arbeitsreiche wie repräsentative Amt zu finden, hatte Konrad Adenauer nur wenige zentrale Vorgaben: Der Wagen sollte genug Platz bieten und ausreichend komfortabel sein. So konkurrierte der große Mercedes, wie er seinerzeit hieß, mit dem Opel Kapitän und dem "Barockengel", Spitzname des BMW 501. Es lässt sich leider nicht mehr herausfinden, ob es ein Märchen oder eine wahre Geschichte ist: Als Konrad Adenauer probeweise in den Fond des ebenso luxuriösen BMW 501 gestiegen ist, soll ihm sein Hut vom Kopf gefallen sein. In den Mercedes 300 konnte er dank der Fahrzeughöhe von 1,62 Metern dagegen einsteigen, ohne dass er seine Kopfbedeckung abnehmen musste. Als Hutträger soll Konrad Adenauer die Entscheidung dann zugusten des Mercedes getroffen haben. Insgesamt drei Modelle des 1951 auf der IAA vorgestellten W186, wie der Wagen werksintern hieß, wurden während der Amtszeit von Adenauer als Dienstwagen eingesetzt, wovon der erste heute im "Haus der Geschichte" in Bonn zu besichtigen ist. Sein letzter Dienstwagen - ein Mercedes 300d - war bereits die überarbeitete Version "W189". Heute ist der Adenauer-Mercedes ein beliebter Oldtimer, der für teilweise sechsstellige Beträge den Besitzer wechselt.