Ein Getriebe – zwei Kupplungen

Was bedeutet Powershift?

Seit knapp 20 Jahren gibt es Doppelkupplungsgetriebe in unseren Autos. Im englischen wird dies mit Powershift übersetzt. Doch was bedeutet Powershift eigentlich genau?

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Seit Anfang der 2000er Jahre gibt es einen ungebrochenen Trend zum automatisierten Getriebe. Dabei stehen sequenzielle Getriebe weitgehend im Abseits und haben nur im Motorsport eine nennenswerte Bedeutung. Den Hauptmarkt machen Automatikgetriebe mit einer Wandlerkupplung sowie Doppelkupplungsgetriebe unter sich aus.

Immer mehr Gänge

Autohersteller wie Mercedes oder Land Rover liefern einige ihrer Fahrzeugmodelle inzwischen mit einer Neungang-Automatik aus. Mercedes baut die Getriebe selbst, die Briten bekommen sie zum Beispiel von ZF Friedrichshafen zugeliefert. Die beiden Automatikgetriebe arbeiten mit Planetenradsätzen, die hintereinander geschaltet durch Öffnen und Schließen von radialen Reibkupplungen für unterschiedliche Übersetzungen sorgen. Insbesondere der Volkswagen-Konzern setzt auf Doppelkupplungsgetriebe, auf neudeutsch Powershift-Getriebe. Derzeit haben die modernsten Doppelkupplungsgetriebe wie zum Beispiel im Porsche Panamera oder im Bentley Flying Spur acht Fahrstufen. Der Doppelkuppler ist ein automatisiertes Schaltgetriebe, das durch zwei separate Teilgetriebe einen automatisierten Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung ermöglicht, weil die nächste Fahrstufe bereits im Getriebe anliegt. Die elektronische Getriebesteuerung wählt die einzelnen Gänge selbsttätig, oder der Fahrer beeinflusst die Gangwahl durch Schaltwippen am Lenkrad oder eine manuelle Schaltgasse am Mitteltunnel.

Anfänge aus dem Jahre 2003

Seit 2003 sind Fahrzeuge aus dem VW-Konzern optional mit DSG-Getriebe unterwegs. Seit 2008 bauen die Wolfsburger für kleinere Volumenmotoren bis 125 kW und Drehmomente bis 250 Nm auch trockenlaufende 7-Gang-Direktschaltgetriebe ein. 2009 dann kam das "DQ500" dazu, das auch maximale Drehmomente bis zu 500 Nm aushält. Zwischenzeitlich war als Weiterentwicklung und Teil des modularen Querbaukastens im VW-Konzern das DQ511 in Arbeit, das drei zusätzlich Gänge haben sollte und auf bis zu 550 Nm maximales Drehmoment ausgelegt war.

Bis zu zehn Gänge beim Powershift

Von den äußeren Abmessungen her entspricht das Zehngang-Doppelkupplungsgetriebe es ziemlich genau dem bekannten DSG und wird so wie bisher quer eingebaut. Gleicher Raum für mehr Gänge – möglich machen das nicht nur eine neu entwickelte Schaltstrategie, sondern auch zwei zusätzliche Schaltelemente und ein zusätzliches Rücklaufrad, über die der Leistungsfluss innerhalb des Getriebes umgelenkt wird. Die zusätzlichen Elemente machen das Getriebe nur rund fünf Kilogramm schwerer. Die ersten Gänge waren beim DQ511 kurz ausgelegt, um ein komfortables und schnelles Anfahren zu erreichen. Die Gänge drei bis neun sind dagegen so gestuft, dass ein effizienteres Beschleunigen möglich würde. Und der zehnte Gang schließlich war deutlich lang ausgelegt, um so bei schneller Fahrt die Drehzahl absenken und Kraftstoff sparen zu können. Wegen des großen Aufwands wurde die Entwicklung des Getriebes jedoch erst einmal gestoppt.
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