Checkliste Autokauf

Welches Auto kann ich mir leisten?

Wer beim Autokauf ein paar Regeln nicht befolgt, verbrennt schnell viel Geld. Daher sollte sich eine Checkliste machen und sich genau im Klaren sein, welches Auto man sich leisten kann.

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Autokauf ist mit vielen Emotionen verbunden. Dennoch sollte man mit möglichst kühlem Kopf an die Sache herangehen und eine Checkliste für den Autokauf erstellen. Ganz wichtig ist, sich zunächst einmal klar zu machen, was es für ein Auto sein soll und wie groß das Budget ist. Dann sollte man möglichst viel Zeit mitbringen und den Markt gut sondieren. Wer übereilt kauft, kauft meistens zu teuer. Auf Autobörsen im Internet kann man sich per Suchagenten immer wieder die neuesten Angebote per Mail zuschicken lassen. Die Automobilbörsen sollte man gut beobachten und interessante Modelle speichern. So bekommt man ein gutes Gefühl für den aktuellen Preis und sieht, wenn ein Auto mehrere Wochen keinen Abnehmer findet. Dann ist das Vehikel entweder zu teuer, der Verkäufer wenig verhandlungsbereit oder es hat eventuell einen anderen Malus.

TÜV und Dekra miteinbeziehen

Hat man sich einmal für ein Modell entschieden, geht es an die Besichtigung. Wer sich nur auf sein Auge und die Fairness des Verkäufers verlässt, könnte ein böses Erwachen erleben. Deswegen gilt beim Autokauf die Maxime: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser". Bei der Probefahrt sollte man unbedingt bei TÜV, Dekra oder ADAC vorbeischauen und einen Fahrzeugcheck durchführen lassen. Noch besser ist es, bei einer Niederlassung der betreffenden Marke vorbeizuschauen. Hat in den letzten sechs Monaten keine TÜV-Untersuchung stattgefunden, sollte man vor dem Kauf unbedingt auf diese bestehen. Hat der Verkäufer etwas dagegen, sollte man von einem Kauf Abstand nehmen.

Gründliche Vorbereitung

Viele Schwächen kann man nach der eigenen Checkliste auch bei der ersten Besichtigung schon feststellen. Wer einen Experten für die Modellreihe kennt, sollte ihn unbedingt mitnehmen. Ist kein solcher Fachmann greifbar, hilft der Blick ins Internet. In Automobil-Foren, die sich auf eine Marke beziehungsweise ein Modell spezialisiert haben, gibt es häufig eine Kaufberatung. Dort kann man sich die wichtigsten Infos und Schwachstellen heraussuchen und eine eigene Checkliste erstellen. Sich in dem jeweiligen Forum zu registrieren, hilft auf alle Fälle. Dann kann man direkt und ganz gezielt fragen und bekommt von den Mitgliedern auch den einen oder anderen wertvollen Tipp. Wer selbst die Modellhistorie kennt, entlarvt manche vollmundige Verkaufsanzeige als heiße Luft und so das Auto als Bastelbude. Wann gab es bei welcher Modellpflege welche Änderung und warum? Das ist nur eine der entscheidenden Fragen.

Blick ins Serviceheft

Bei allen Fahrzeugen ist ein Blick in das Serviceheft unabdingbar. Hat der Vorbesitzer alle Inspektionen bei einer Niederlassung der Marke durchführen lassen, sinkt die Gefahr ganz erheblich, ein Auto zu erwischen, in dem negative Überraschungen lauern. Nach Rücksprache mit dem Verkäufer kann man auch bei der Werkstatt anrufen und direkt nach der Historie des Autos fragen. Die Kontrolle sollte auch dort gewissenhaft erfolgen. Sind alle relevanten Servicepunkte bei jeder Inspektion abgehakt? Achten Sie auch auf das Datum und die Handschrift der einzelnen Services. Nicht wenige Autohändler haben Beziehungen zu Autohäusern und lassen die Inspektionen nachträglich ausfüllen.

Verhandeln – aber richtig!

Keiner hat irgendetwas zu verschenken. Schon gar nicht Geld. Gibt man kein Auto in Zahlung, hat man eine gute Ausgangsposition, um einen niedrigeren Preis zu erzielen. Schließlich will der Händler sein Fahrzeug vom Hof haben. Stehendes Kapital ist schlechtes Kapital. Falls Sie ihr Auto in Zahlung geben, muss auch das nicht zwingend ein Nachteil sein. Dann läuft die Feilscherei auf mehreren Ebenen ab. Wie viel bezahlt der Verkäufer für das alte Auto? Geben Sie einen vorhandenen extra Rädersatz dazu oder nicht? Deswegen ist es immer gut, solch einen Joker in der Hinterhand zu haben. Gutes Verhandeln will gelernt sein. Das Feilschen um jeden Euro ist sicher nicht jedermanns Sache. Wenn man sich jedoch vor vergegenwärtigt, dass jeder Verkäufer einen gewissen Spielraum einkalkuliert, kann man schon etwas forscher an die Sache herangehen. Vor allem, wenn der Preis als Verhandlungsbasis ausgeschrieben ist.

Das Kleingedruckte lesen

Wer er ein Auto erwirbt, will möglichst vor unliebsamen Überraschungen verschont bleiben. Kauft man bei einem Händler, greift die Sachmängelhaftung. Bei einem Neuwagen sind es in der Regel zwei Jahre, bei einem Gebrauchtwagen die Hälfte. Eine Gebrauchtwagengarantie, die der Händler von sich aus oder gegen Aufpreis gewährt, ist im Grunde nichts anderes, als eine Reparaturkostenversicherung. "Gerade hier gilt die Devise: Lesen Sie das Kleingedruckte", erklärt Silvia Schattenkirchner, Juristin beim ADAC. Dass Verschleißteile, wie Bremsen von diesen Garantieversprechen ausgenommen sind, ist nachvollziehbar. Aber wie so oft gibt es auch Grauzonen. Reißt der Keilriemen innerhalb eines vorgeschriebenen Wartungsintervalls und verursacht einen kapitalen Motorschaden, dann gibt es bereits Urteile, die von einem Mangel ausgehen. Schließlich muss ein Keilriemen die vorgeschriebene Zeit halten.
Hat man einen Schaden erlitten, ist man in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf relativ sicher. Da muss der Verkäufer beweisen, dass der Mangel noch nicht vorlag, als das Auto den Besitzer wechselte. Nach einem halben Jahr greift dann die sogenannte Beweislast-Umkehr. Dann muss der Käufer den Nachweis erbringen, dass der Schaden beim Besitzerwechsel bereits vorlag. Helfen kann da oft nur der Gang zum Sachverständigen.

Kauf von privat

Schlechte Karten hat, wer ein Auto von einem Privatier kauft. Da sind keinerlei Haftungs- und Garantieansprüche geltend zu machen. Es sei denn, eine arglistige Täuschung liegt vor. Ein klares Beispiel wäre ein verschwiegener Unfall. Juristin Schattenkirchner hat einen Tipp für die Käufer: "Fragen Sie konkret nach Schäden und nehmen die Angaben des Verkäufers in den Kaufvertrag auf." Stellt man im Nachhinein einen gravierenden Mangel fest, muss dem Verkäufer nachgewiesen werden, dass er davon wusste. Außerdem darf der Verkäufer einen Mangel nicht bagatellisieren. Wenn angeblich nur der rechte hintere Kotflügel beschädigt ist, in Wirklichkeit aber das Fahrzeug einen heftigen Heckschaden hatte, bei dem auch die tragende Struktur in Mitleidenschaft gezogen wurde, gilt das als Bagatellisierung.

Reserven einkalkulieren

Ein Autokauf ist mit Ausgaben verbunden. Doch mit der Summe für das Fahrzeug und die Versicherung ist es nicht getan. Bei einem Neuerwerb, vor allem, wenn man das Auto von privat kauft, sollte man immer Rücklagen haben. Die sind wichtig, falls unerwartete Reparaturen nötig sind. Gerade bei Premium-Fahrzeugen nehmen die Werkstätten auch gerne einen Zuschlag. Wer eine gute freie Werkstatt an der Hand hat, kann so einige Euros sparen. Allerdings sollte man immer in Betracht ziehen, dass beim Wiederverkauf ein scheckheftgepflegtes Auto immer die besseren Chancen hat, einen guten Preis zu erzielen. Wer diese Tipps beachtet, kann auf die Suche nach seinem Traumwagen gehen.
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