Wann darf man Bremsflüssigkeiten mischen?

Bremsflüssigkeit mischen: Das ist erlaubt

Manchmal ist es nötig, die Bremsflüssigkeit aufzufüllen. Doch nicht immer hat man die im Handbuch freigegebene Spezifikation zur Hand. Vorsicht: Nicht alle Bremsflüssigkeiten darf man miteinander mischen.

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Bremsflüssigkeiten unterscheiden sich genauso, wie es Motoröle tun. Während es bei den Schmierstoffen kein großes Problem ist, verschiedene Arten (vollsynthetisch oder mineralisch) zu vermengen, kann das bei den Bremsflüssigkeiten fatale Auswirkungen haben. So können beispielsweise die Dichtungen der Bremsanlage beschädigt werden.

Bremsflüssigkeiten unterliegen Normen

Um zu definieren, welche Bremsflüssigkeit mit welcher vermischt werden darf, ist es sinnvoll, einen Blick auf die Spezifikationen der Bremsflüssigkeiten zu werfen. Das US-amerikanische Department of Transport (DOT) hat eine Norm namens heißt "Federal Motor Vehicle Safety Standard 116" herausgegeben, in der die Mindestanforderungen an Bremsflüssigkeiten, deren Verpackung und auch die Beschriftung der Behälter definiert sind. Demnach sind folgende synthetische Bremsflüssigkeiten und Silikonöle zulässig.
• DOT 3 Basis Polyglykolether
• DOT 4 Basis Polyglykolether / Boratester oder Siliziumester
• DOT 5 Silikonöle
• DOT 5.1 Basis Polyglykolether / Boratester oder Siliziumester

Zusammensetzung ist entscheidend

Grundsätzlich gilt: Je höher die DOT-Klasse, desto höher sind Siedetemperatur und Nasssiedepunkt. Das ist relevant für die Veränderung des Siedepunkts, wenn sich Wasser in der Flüssigkeit befindet. Zum Beispiel sinkt der Siedepunkt einer DOT 5.1-Bremsflüssigkeit bei einem Wasseranteil von 3,5 Prozent von mindestens 260 Grad auf 180 Grad. Das ist dann der sogenannte Nasssiedepunkt, während er bei einer DOT 3-Flüssigkeit von 205 Grad auf 140 Grad sinkt. Also sind die höheren DOT-Klassen in der Regel längere Wartungsintervalle möglich.
Bei der Möglichkeit des Mischens helfen die Spezifikationen ebenfalls. DOT 3, DOT 4 und DOT 5.1 sind Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis, dagegen hat DOT 5 eine Silikonbasis. Da die DOT-Normen eine Verträglichkeitsklausel enthalten, sind die Bremsflüssigkeiten DOT 3, 4 und 5.1 mit jeder anderen Bremsflüssigkeit der derselben Kategorie problemlos mischbar. Allerdings wird durch das Vermengen die Eigenschaften der qualitativ höheren Bremsflüssigkeit vermindert. Im Zweifelsfall sollten Sie daher immer eine Werkstatt aufsuchen.
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