Nicht endlos - aber lange

Wie lange ist Benzin haltbar?

Viele sind der Ansicht, dass Kraftstoffe ohne zeitliche Begrenzung haltbar sind. Doch das stimmt nicht: Die Lagerung spielt eine große Rolle bei der Haltbarkeit von Kraftstoffen.

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Wer Benzinkraftstoff in einem luftdichten Kanister oder Kleintank lagert, muss keine Sorge haben - zumindest Benzin ist somit für mehrere Jahre fast problemlos haltbar. Anders sieht es im Fahrzeugtank aus, denn weder bei einem PKW, noch bei einem Lastwagen oder gar einem Motorrad ist die Flüssigkeit luftdicht eingeschlossen. Daher sinkt mit der Zeit die Qualität und damit die Oktanzahl des Kraftstoffs. Der Grund dafür sind die leichten und entzündlichen Stoffe, die aus dem Benzin entweichen - der Motor würde damit irgendwann nicht mehr anspringen. Ganz anders sieht es bei Diesel aus: Durch den Biodiesel-Anteil kann man Dieselkraftstoff nur ungefähr sechs Monate lagern. Nach diesem Zeitraum kann es nämlich zur so genannten Dieselpest kommen: Bakterien, die durch den Biodieselanteil in den Kraftstoff gekommen sind, zersetzen den Kohlenstoff im Diesel und bilden einen Schlamm. Dieser sorgt nicht nur für Korrosion im Tank und im Motor, der Schlamm kann auch das Kraftstoffsystem verstopfen und so am Motor und an der Einspritzanlage sehr große und teure Schäden verursachen.

Metall statt Plastik

Wer Benzin mehrere Jahre lagern möchte, sollte dies in speziellen Metallbehältern tun. Aus Plastikkanistern können die entzündlichen Stoffe leichter entweichen. Daher sollten Plastikkanister nur für eine Dauer von maximal zwei bis drei Jahren verwandt werden. Weder Plastik- noch Metallkanister dürfen hierbei zu alt werden. Während bei Metallbehältern auf Rostschäden geachtet werden sollte, werden Plastikkanister meist brüchig. Aber auch mit intakten Kanister aufgepasst darf im Auto oder daheim nur begrenzt gehortet werden wie Diesel.

Nicht unbegrenzt lagern

Im Pkw darf ein bis zu 60 Liter großer Kanister voller Treibstoff mitgeführt werden, wobei das Behältnis allerdings ordnungsmäßig gesichert und nach der DIN-Norm 7274 oder DIN-Norm 16904 zertifiziert sein muss. Diese Kanister sind bruchsicher, fest verschließbar und dicht. Von einem anderen Behältnis ist stark abzuraten: Bei großer Hitze können sich diese Kanister sich nämlich ausdehnen und platzen - auslaufender Kraftstoff kann fatale Folgen haben. In Garagen, die eine Fläche von bis zu 100 Quadratmetern haben, dürfen maximal 20 Liter Benzin und 200 Liter Dieselkraftstoff gelagert werden. Der Mengenunterschied resultiert aus der Tatsache, dass Diesel nicht so leicht entzündlich und daher nicht so gefährlich ist, wie der Kraftstoff für Ottomotoren. Allerdings müssen die Behälter in einem sogenannten Gefahrstoffschrank, der sich dadurch auszeichnet, dass er bruchsicher und verschließbar ist, sicher verwahrt werden.

Im Keller insgesamt 20 Liter

Im Keller dürfen dagegen insgesamt nur 20 Liter Treibstoff gebunkert werden. Diese Menge bezieht sich auf den ganzen Kellerraum. Wichtig: Falls die Kellerabteile nur durch Stangen oder Bretter voneinander getrennt sind, bezieht sich diese Höchstmenge auch auf die anderen Kellernutzer. Es ist also vorher abzusprechen, wer wie viel Benzin oder Diesel in seinem Untergeschoss lagert.