So macht man die Fahrrad-Federgabel wieder fit

Fahrrad-Federgabel reparieren: so geht’s

Wenn die Federgabel eines Fahrrads streikt, muss nicht gleich das ganze Teil gewechselt werden. Bisweilen genügt eine Reparatur beziehungsweise Wartung, die auch in Eigenregie durchgeführt werden kann.

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Wenn man eine Fahrrad-Federgabel reparieren will, braucht man neben etwas handwerklichem Geschick auch das richtige Werkzeug. Dazu gehören unter anderem ein Hammer, ein Gummihammer, ein passender Inbusschlüssel (in der Regel fünf Millimeter), Schmieröl, eine Spritze und ein Dichtungsset inklusive Einpresshülse. Dass die Federgabel gewartet werden muss, merkt man an einem ruckeligen Einfederverhalten. Meistens ist dann Dreck oder Staub unter die Dichtungen gelangt.

Zunächst die Fahrrad-Federgabel reinigen

Damit ist klar, dass die Federgabel komplett zerlegt, die Einzelteile gereinigt, geprüft und gegebenenfalls ersetzt werden müssen. Zunächst muss die Gabel mit Wasser und Lappen vom Schmutz befreit werden, dann entfernt man den Drehknopf der Zugstufe. Dieser ist meistens rot und befindet sich am rechten Holm und kann bei vielen Modellen einfach herausgezogen werden.
Danach geht es an das Entfernen des sogenannten Castings. Um dieses Herausziehen zu können, muss man erst die Inbusschrauben lösen. Bei den meisten Modellen müssen die Sicherungsschrauben (meistens fünf Millimeter) zunächst gelöst und nicht ganz herausgeschraubt werden. Wenn das Fahrrad eine Pike-Federgabel hat, befinden sich die beiden Sicherungsschrauben außen und nicht im Casting. Außerdem ist der Zugstufenknopf mit einer 2,5-mm-Madenschraube gesichert.

Erst die Verpressung lösen

Jetzt geht an das Lösen der Verpressung zwischen Tauch- und Standrohren. Dazu helfen ein paar leichte Schläge mit dem Gummihammer auf den angesetzten Inbusschlüssel beziehungsweise direkt auf die Schrauben (zum Beispiel bei einer Pike Federgabel). Arbeiten Sie hierbei unbedingt mit dosiertem Krafteinsatz. Wenn die Verpressung gelöst ist, läuft das Öl aus der Gabel. Deswegen sollte man ein ausreichend dimensioniertes Gefäß unterstellen.
Ist das erfolgreich erledigt, kann man die Schrauben ganz herausdrehen und die Quetsch-Unterlegscheiben samt Kunststoffdichtung genauer unter die Lupe nehmen. Ist die Dichtung zusammengedrückt. Sollte man sie unbedingt auswechseln. Die passenden Ersatzteile gibt es im Fachhandel. Jetzt kann man das Casting aus den Rohren herausziehen.

Dichtungen ersetzen

Beim nächsten Arbeitsschritt sollte man die Dichtung an den Rohren genauer unter die Lupe nehmen und dazu die Verschmutzungen mit einem sauberen Lappen oder Tuch entfernen. Damit nichts in die Gabel kommt, diese bei dieser Aufgabe verkehrt rum halten. Um die Dichtung zu tauschen, muss man zunächst die alte Dichtung heraushebeln. Dazu verwendet man am besten einen stumpfen Gegenstand, wie einen Maulschlüssel, ein Schraubenzieher eignet sich nicht dazu.
Ist das geschehen, reinigt man den Sitz der Dichtung mit einem fusselfreien Lappen möglichst sauber und führt den Schaumstoffring ein. Dieser darf sich dabei nicht verkanten, beziehungsweise verdrehen. Im nächsten Arbeitsschritt presst man die Dichtungen mithilfe der Einpresshülse an die richtige Stelle.

Standrohre prüfen

Ist das erledigt, werden die Schaumstoffringe mit der Spitze mit Schmieröl beträufelt, bis sie gesättigt sind. Danach den Bereich mit dem Finger (nicht mit einem Pinsel) mit einem speziellen Federfett (wie zum Beispiel Rock Shox Butter) einschmieren. Ergibt die Prüfung der Standrohre keine größeren Kratzer oder Beschädigungen, können Sie mit einem Lappen sauber gerieben werden. Finden sich Riefen, muss ein Fachmann diese instandsetzen oder man tauscht dieses Element komplett aus.

Casting nicht verkanten

Danach kann man das Casting wieder auf die Stahlrohre setzen. Bei diesem Arbeitsschritt sollte man unbedingt darauf achten, dieses nicht zu verkanten. Bevor das Casting ganz durchgeschoben wird, unbedingt noch das Schmieröl wieder nachfüllen. Dazu nutzt man am besten wieder eine Spritze mit einem Schlauchaufsatz. Wie viel Öl benötigt wird, kann man beim Hersteller der Federgabel in Erfahrung bringen.
Ist die richtige Menge an Öl aufgefüllt, kann man das Casting komplett aufschieben. Danach werden die Sicherungsschrauben samt Quetschring und Dichtung mit einem Drehmomentschlüssel nach Herstellervorgaben festgezogen. Als Letztes wird der Zugstufenknopf fixiert.
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