Wiedererteilung der Fahrerlaubnis

Führerschein wiederbekommen

Der Führerschein ist weg! Doch wie lange? Das ist abhängig vom Grund des Führerscheinentzugs. Hier gibt es alle Infos!

Datum:
Das Malheur ist passiert, der Führerschein ist weg. Um zu entscheiden, wie es weitergehen soll, muss man zwischen zwei Begriffen unterscheiden: Handelt es sich um ein Fahrverbot oder einen Entzug der Fahrerlaubnis. Im ersten Fall erhält man seinen Führerschein in der Regel nach einem bis drei Monaten wieder zurück.

Führerschein wiederbekommen: Wiederholungstäter haben schlechtere Karten

Deutlich unangenehmer wird es, wenn die Fahrerlaubnis entzogen wird. Das droht beispielsweise, wenn man unter Drogeneinfluss am Steuer erwischt wird. Verhängt etwa ein Gericht eine Sperrfrist, dürfen Sie den Führerschein erst nach Ablauf dieser Zeit wieder bei der zuständigen Behörde beantragen. Wiederholungstäter haben dabei deutlich schlechtere Karten, als Autofahrer, die zum ersten Mal auffällig geworden sind. Bei einer Drogenfahrt oder beispielsweise als "Alkohol-Wiederholungstäter", führt kein Weg an der MPU vorbei.
Wurde man zum ersten Mal alkoholisiert mit weniger als 1.6 Promille am Steuer erwischt, bekommt man seinen Führerschein auch ohne die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) wieder zurück. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig mit einem Urteil vom 6. April 2017 verfügt. Das gilt allerdings nur dann, wenn nicht davon auszugehen ist, dass auch in Zukunft ein Alkoholmissbrauch stattfindet.

Bleiben Sie mit der Führerscheinbehörde in Kontakt

Eine gute Idee ist es, sich auch während der Sperrfrist mit der Fahrerlaubnisbehörde in Verbindung zu setzen und nachzufragen, was man selbst machen kann, um die Chancen zu erhöhen, seinen Führerschein ohne große Umstände wieder zu bekommen. Ist Alkohol der Grund für den Entzug der Fahrerlaubnis, goutieren die Behörden in der Regel eine freiwillige Teilnahme an einer Abstinenztherapie.
Welche Unterlagen werden bei der Wieder-Beantragung benötigt:
• Personalausweis oder Reisepass (gegebenenfalls mit Meldebestätigung)
• aktuelles biometrisches Passbild
• Sehtestbescheinigung einer amtlich anerkannten Sehteststelle, die nicht älter als 2 Jahre sein darf (z. B. vom Augenarzt oder anerkanntem Augenoptiker)
• Nachweis über eine Schulung in Erster Hilfe
Achtung: Geht die Fahrerlaubnisbehörde davon aus, dass der Betroffene nicht mehr die erforderlichen Kenntnisse für eine Fahrerlaubnis besitzt, muss man erneut eine Führerscheinprüfung ablegen.

Kann man die Sperrfrist verkürzen?

Ja, das geht! Das Gericht kann auf Antrag frühestens nach drei Monaten die angeordnete Sperrfrist für die Erteilung einer neuen Fahrerlaubnis nachträglich verkürzen. Allerdings muss es einen profunden Grund zu der Annahme geben, dass man wieder in der Lage ist, ein Kraftfahrzeug zu führen. Hier könnte zum Beispiel ein erfolgreich absolviertes Entzugsprogramm helfen.

Kann man die MPU umgehen?

Ja, das ist möglich, aber Sie brauchen Geduld. Grundsätzlich beträgt die Verjährung für die Umstände, die zum Führerscheinentzug geführt haben, mindestens zehn Jahre. Nach § 29 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) gelten Vergehen, die zum Entzug der Fahrerlaubnis geführt haben, spätestens nach diesem Zeitraum als getilgt. Aufgrund verschiedener Fristen kann es maximal 15 Jahre dauern, ehe man den Führerschein ohne MPU beantragen kann – länger jedoch nicht. Allerdings kann die Führerscheinbehörde veranlassen, dass man die Führerscheinprüfung erneut ablegen muss.

Was ist mit dem EU Führerschein?

Man kann ein Fahrverbot durch den Besitz eines EU-Führerschein umgehen, der in einem EU-Land gemacht worden ist. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) muss dieser von den deutschen Behörden akzeptiert werden. Allerdings sind auch an diese Möglichkeit ein paar Auflagen geknüpft:
• Sie müssen mindestens sechs Monate pro Jahr einen festen Wohnsitz in diesem Land haben
• Sie müssen das dort gültige Mindestalter für den Erwerb des Führerscheins erreicht haben