Was tun, wenn's gekracht hat?

Auffahrunfall Kosten

Ein Auffahrunfall ist besonders im innerstädtischen Straßenverkehr schnell passiert. Einen Moment nicht aufgepasst und schon hat es gekracht. Doch wer hat bei einem Auffahrunfall die Kosten zu tragen?

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Eine alte Autofahrerweisheit lautet: "Wer auffährt, hat immer Schuld". Hierbei wird jedoch lediglich vermutet, dass der Auffahrende etwas falsch gemacht hat, was zum Unfall geführt hat. Gehen die Polizei und das Gericht davon aus, dass es sich um einen gewöhnlichen Unfall gehandelt hat, bei dem der Hintermann eventuell zu nah aufgefahren ist oder einen Moment unachtsam war, gilt der sogenannte Anscheinsbeweis. Wer zu nah auf ein Auto auffährt und dadurch einen Unfall verursacht, muss mit einem Bußgeld von 35 Euro rechnen. Zudem hat der Unfallverursacher zumeist auch die Kosten zu tragen. Die des Unfallgegners übernimmt im Regelfall die Haftpflichtversicherung. Anders sieht es mit den Schäden am eigenen Fahrzeug aus. Diese sind selbst zu tragen, oder sie werden von einer eventuell vorhandenen Vollkaskoversicherung übernommen.

Mit- oder Teilschuld

Kann der Auffahrende beweisen, dass es sich eben um keinen typischen Zusammenstoß gehandelt hat, weil der Vorausfahrende ohne Grund plötzlich gebremst hat oder er unvermittelt die Spur gewechselt hat, muss das Gericht die Schuldfrage klären. Dazu werden insbesondere Zeugenaussagen und Gutachten herangezogen. Gerade bei Vollbremsungen aufgrund von Tieren, die vor das Auto gelaufen sind, ist die Lage ebenfalls nicht eindeutig: Bei kleinen Tieren kann dem Vorausfahrenden eine Mitschuld eingeräumt werden, bei großem Wild oder einem Wildschein, ist die Vollbremsung in Ordnung, weil eine Kollision für den Fahrer und die Passagiere gefährlich werden kann. Wer jedoch ohne zwingenden Grund stark abbremst und das nachfolgende Fahrzeug so zu einem Auffahrunfall bringt, wird mit einem Bußgeld von 30 Euro bestraft und ist ebenfalls für die Kosten verantwortlich.
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