Welche Regeln gelten?

Führerschein für Flüchtlinge

Der Führerschein von Personen aus einem EU-Land gilt auch in Deutschland unbefristet. Doch was gilt für Menschen aus anderen Ländern?

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Wenn Flüchtlinge in Deutschland Auto fahren wollen, gelten besondere Regeln. Kommen die Personen aus einem EU-Land, gilt die dort erworbene Fahrerlaubnis auch hierzulande unbefristet.
Bürger der sogenannten Listenstaaten nach Anlage 11 der Fahrerlaubnisverordnung – das sind zum Beispiel die Schweiz oder Serbien – dürfen ein halbes Jahr mit ihrem Führerschein weiterfahren, müssen ihn danach aber in eine deutsche Fahrerlaubnis umschreiben lassen. Eine theoretische oder praktische Prüfung ist meist nicht erforderlich. Bei den USA und Kanada ist der Bundesstaat beziehungsweise die Provinz entscheidend, in der der Führerschein erworben wurde. Wurde der Führerschein in Florida gemacht, ist hierzulande eine theoretische Prüfung abzulegen, war es Alabama, dann kann man den Führerschein ohne Probleme umschreiben lassen.
Dazu werden folgende Unterlagen benötigt:
- Personalausweis oder Pass
- aktuelles biometrisches Lichtbild
- ausländischer Führerschein
- Übersetzung des ausländischen Führerscheins durch eine amtliche Stelle des Ausstellungsstaates, einer Automobilorganisation (z.B. ADAC) oder eines öffentlich bestellten Dolmetschers
- Meldebestätigung des Einwohnermeldeamtes
Bei Menschen anderer Staatsangehörigkeiten als die oben aufgeführten, sind die Voraussetzungen deutlich umfangreicher. Hier muss eine praktische und theoretische Fahrprüfung bei einer deutschen Fahrschule absolviert werden, außerdem sind dem Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis folgende Unterlagen beizufügen:
- ein amtlicher Ausweis des Antragstellers (Personalausweis oder Reisepass)
- Meldebestätigung des Einwohnermeldeamtes
- aktuelles biometrisches Lichtbild
- eine Sehtestbescheinigung
- ein Nachweis über die Teilnahme an einer Unterweisung in Sofortmaßnahmen am Unfallort (Erste Hilfe-Kurs)
- Übersetzung des ausländischen Führerscheins durch eine amtliche Stelle des Ausstellungsstaates, einer Automobilorganisation (z.B. ADAC) oder eines öffentlich bestellten Dolmetscher
Weiterführende Informationen zum Beantragen des Führerscheins