Alkohol am Steuer: rechtliche Folgen

Führerschein: Entzug wegen Alkohol

Das Fahren unter Alkoholeinfluss ist kein Kavaliersdelikt. Der Gesetzgeber ahndet das rigoros und hat dementsprechende Grenzwerte eingeführt.

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Für Fahranfänger am Steuer eines Kraftfahrzeugs gilt in der Probezeit die 0,0-Promille-Regel. Wird diese Grenze überschritten, handelt es sich um einen sogenannten A-Verstoß, der zur Folge hat, dass die Probezeit um zwei Jahre verlängert und ein kostenpflichtiges Aufbauseminar angeordnet wird.

Gefahr der MPU

Nach der Probezeit sind 0,5 Promille am Steuer erlaubt. Ein Erstverstoß gegen dieses Gesetz wird mit zwei Punkten im Flensburger Zentralregister, einem Bußgeld von 500 Euro und einem Fahrverbot von einem Monat bestraft. Beim zweiten Vergehen sind 1000 Euro Bußgeld fällig, zudem kommen zwei Punkte aufs Konto, und der Führerschein ist drei Monate weg. Das gilt auch, wenn man sich ein drittes Mal betrunken ans Steuer setzt, allerdings erhöht sich das Bußgeld dann auf 1500 Euro. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Führerscheinbehörde eine Medizinisch Psychologische Untersuchung anordnet, um die Fahrtüchtigkeit zu überprüfen.

Führerschein weg

Geht eine Gefährdung des Straßenverkehrs mit dem Fahren unter Alkoholeinfluss einher, sinkt die Grenze auf 0,3 Promille. Dann gibt es drei Punkte und es droht der Entzug der Fahrerlaubnis. Das Gleiche gilt bei mehr als 1,1 Promille. Nach dem Gesetz sind Sie jetzt absolut fahruntüchtig und begehen daher eine Straftat, was mit dem Entzug der Fahrerlaubnis geahndet wird.

Sperrfrist kann verkürzt werden

Das Gericht entscheidet, wie lange der Entzug der Fahrerlaubnis andauert und verhängt eine dementsprechende Sperrfrist. Frühestens drei Monate vor Ablauf dieser Zeit können Sie den Führerschein bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde wieder beantragen. Das Gericht kann frühestens nach drei Monaten die angeordnete Sperrfrist verkürzen. Allerdings muss es davon überzeugt sein, dass man wieder in der Lage ist, ein Kraftfahrzeug zu führen. Da könnte zum Beispiel ein erfolgreich absolviertes Entzugsprogramm helfen.
Wenn die Fahrerlaubnisbehörde davon ausgeht, dass die Kenntnisse ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu bewegen, nicht mehr im ausreichenden Maße vorhanden sind, kann sie veranlassen, dass Sie die theoretische und praktische Fahrprüfung erneut ablegen müssen.

Bleiben Sie mit der Behörde in Kontakt

Es ist sinnvoll, sich auch während der Sperrfrist mit der Fahrerlaubnisbehörde in Verbindung zu setzen und nachzufragen, welche Maßnahmen man selbst ergreifen kann, um die Chancen auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis zu erhöhen. Dazu zählt zum Beispiel die freiwillige Teilnahme an einem Abstinenzprogramm.

Welche Unterlagen werden bei der Wieder-Beantragung benötigt:

● aktuelles biometrisches Passbild
● Personalausweis oder Reisepass (gegebenenfalls mit Meldebestätigung)
● Nachweis über eine Schulung in Erster Hilfe
● Sehtestbescheinigung einer amtlich anerkannten Sehteststelle, die nicht älter als 2 Jahre sein darf (z. B. vom Augenarzt oder anerkanntem Augenoptiker)
Hier finden Sie mehr Infos zu diesem Thema.