Zu schnell unterwegs

Geblitzt auf der Autobahn

Wer auf der Autobahn geblitzt wird, muss zahlen Dem Verkehrssünder wird aber eine kleine Toleranz eingeräumt.

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Wer auf der Autobahn nicht mehr als 20 km/h zu schnell gefahren ist als erlaubt, muss mit einem Bußgeld von maximal 35 Euro rechnen; bekommt aber keine Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Daher lohnt kein Einspruch. Anders sieht die Sache aus, wenn man schneller unterwegs war. Denn neben den Punkten und der Strafzahlung droht unter Umständen bereits ein Fahrverbot. Ist man zweimal schneller als 25 km/h unterwegs droht ebenso ein einmonatiges Fahrverbot, das ebenfalls verhängt wird, wenn man 41 km/h zu schnell war. Wird man in einer Baustelle geblitzt, kann es noch teurer werden: Wer dort mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs ist, muss mit 100 Euro Bußgeld und einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei rechnen.

Lohnt der Einspruch?

Wenn Sie innerhalb von drei Monaten keine Post von der zuständigen Behörde bekommen, sind Sie laut Paragraph 26 Absatz 3 des Straßenverkehrsgesetz (StVG) aus dem Schneider. Nach diesem Zeitraum darf das Vergehen nicht mehr verfolgt werden. Geht Ihnen jedoch während dieser Frist ein Anhörungsbogen zu, ist die Verjährung erst einmal unterbrochen; jetzt zählen wieder drei Monate. Hierbei ist der Unterschied zwischen einem Anhörungsbogen und einem Zeugenfragebogen wichtig. Denn dieser unterbricht die Verjährungsfrist nicht. Wenn man die Aussage verweigert, wird die Polizei mit der Ermittlung des Schuldigen beauftragt und kann Sie sogar vorladen. Beliebig oft kann man die Verjährungsfrist nicht unterbrechen. Ergeht innerhalb von sechs Monaten kein Bußgeldbescheid, gilt das Vergehen als verjährt. Achtung: Laufen die Ermittlungen ins Leere und das Vergehen ist verjährt, kann Ihnen das Führen eines Fahrtenbuchs vorgeschrieben werden.

Keine Angaben machen

Drohen Punkte oder gar ein Fahrverbot, sollten Sie keine Angaben zur Sache machen und sich einen Anwalt als Rechtsbeistand nehmen. Ein Einspruch kann erfolgreich sein, zumal nicht alle Blitzer ordnungsgemäß installiert sind. Mögliche Fehlerquellen sind: der Blitzer wurde zum Tatzeitpunkt nicht geeicht, der Blitzer wurde falsch aufgestellt oder von einem ungeschulten Beamten bedient. Ein erfahrener Verkehrsrechtsexperte kann Akteneinsicht beantragen, gegebenenfalls einen Gutachter beauftragen und so die Strafe eventuell abwenden.

Toleranz kann helfen

Egal ob es sich bei dem Gerät zur Geschwindigkeitsmessung um eine Laserpistole, ein Radargerät oder eine Kamera handelt, ist die Toleranz gesetzlich geregelt. Unter Tempo 100 wird dem Verkehrssünder eine Toleranz von drei km/h von der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen. Bei höheren Geschwindigkeiten auf Autobahnen und Bundesstraßen liegt die Messtoleranz bei drei Prozent. Wer bei erlaubten Tempo 120 daher mit einer Geschwindigkeit von 150 km/h erwischt wird, kann eine Toleranz von drei Prozent von 150 km/h in Anspruch nehmen. Diese 4,5 km/h werden zu 5 km/h aufgerundet und so muss sich der Raser für 145 km/h und eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 25 km/h verantworten.

Mobile Polizeiwagen

Etwas anders verhält es sich, wenn das System nicht stationär verbaut oder befestigt war und sich zum Beispiel in einem Videofahrzeug der Autobahnpolizei befindet. Aufgrund der schwierigeren Rahmenbedingungen bei der Messung wird eine Toleranz von fünf Prozent zugunsten des Verkehrssünders vom Messwert abgezogen.
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