Rote Nummer oder Fünf-Tages-Kennzeichen

Kennzeichen für Probefahrt

Wer mit einem unangemeldeten Auto eine Probefahrt machen will, braucht eine rote Nummer oder Fünf-Tages-Kennzeichen.

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Ohne gültiges Kennzeichen darf man keinen Meter im Straßenverkehr zurücklegen: Weder nach dem Kennzeichen-Klau vom Parkplatz nach Hause, noch mit einem abgemeldeten Fahrzeug eben mal in die Werkstatt. Die Fahrzeugzulassungsverordnung regelt in §10 genau, wie Kennzeichen auszusehen haben, wie sie angebracht sein müssen – und welche Ausnahmen es gibt.
Demnach müssen Kennzeichen klar erkennbar sein, dürfen nicht spiegeln, verdeckt oder verschmutzt sein und sie dürfen nicht mit Glas, Folien oder ähnlichen Abdeckungen versehen sein. Selbst wer nur mal eben zur Zulassungsstelle will, um das Auto anzumelden, braucht dafür ein Kennzeichen. Das allerdings muss noch nicht gestempelt sein, man braucht aber die Zustimmung der Zulassungsstelle und der Versicherung. Am besten, man besorgt sich dafür gleich ein gelbes Kurzzeitkennzeichen, das maximal fünf Tage gültig ist und um die 40 Euro kostet.

Überführungskennzeichen

Wird man im öffentlichen Verkehr ohne Kennzeichen erwischt, wird es schnell teurer: Das Bußgeld beträgt 60 Euro. Wird man mehrfach erwischt, drohen sogar Punkte in Flensburg. Allerdings: Sollte man glaubhaft erklären können, dass das Kennzeichen eben erst abgefallen oder geklaut worden ist, können Polizisten auch kulant sein und von einer Strafe absehen - verlassen sollte man sich darauf jedoch nicht. Wurde das Nummernschild tatsächlich gestohlen, muss das umgehend der Polizei und der Versicherung gemeldet werden. Anschließend erhält man dann von der Zulassungsstelle ein neues Kennzeichen mit anderer Nummer, die alten Schilder werden gleichzeitig abgemeldet.

Rote Nummer

Viele Autofahrer glauben, sie könnten ein rotes Kennzeichen zum Überführen eines Fahrzeugs nutzen. Aber was viele nicht wissen: Seit 20 Jahren dürfen rote Kennzeichen nur an Personen, Firmen oder Organisationen ausgegeben werden, die gewerblich mit Autos zu tun haben. Dazu gehören zum Beispiel:
• Werkstätten
• Händler
• Gutachter
• Prüfstellen wie TÜV oder Dekra
Und auch die dürfen rote Wechselkennzeichen nur in genau vorgeschriebenem Umfang nutzen, sonst drohen Strafen. Festgelegt ist das in § 16 der Verordnung über die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr (FZV).
Zu den erlaubten Nutzungen gehören etwa:
• Probefahrten durch Gebrauchtwagenhändler oder Kunden eines Autohauses
• Prüfungsfahrten durch Sachverständige
• Überführungsfahrten durch Autohäuser oder Gebrauchtwagenhändler
Ausgegeben werden die roten Kennzeichen von den Zulassungsstellen an "zuverlässige" Personen und Institutionen mit Bezug zum Auto und zur "befristeten oder widerruflich zur wiederkehrenden betrieblichen Verwendung, auch an unterschiedlichen Fahrzeugen". Nötig ist auch eine spezielle Versicherung.
Zur Anmeldung nötig sind:
• Personaldokument
• Gewerbeschein
• Versicherungsbestätigung
• Nachweis der Zuverlässigkeit (Führungszeugnis, Zentralregisterauszug etc.)
Wer ein rotes Kennzeichen hat, der muss ein Fahrzeugscheinheft und ein Fahrtennachweisbuch führen. Auch Überführungsfahrten ins EU-Ausland sind mit einem roten Kennzeichen erlaubt, Fachleute empfehlen jedoch, dafür besser ein Exportkennzeichen zu besorgen. Leicht verwechselbar sind die roten Kennzeichen, deren Nummer mit "06" beginnt, mit den ebenfalls roten Kennzeichen für Fahrten zur Teilnahme an Veranstaltungen für Oldtimer. Deren Nummer beginnt mit "07". Übrigens: Wer als Privatperson ein Fahrzeug überführen will, der braucht dazu ein fünf Tage gültiges und deutlich günstigeres Kurzzeitkennzeichen.
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