Nummernschild muss sein

Ohne Kennzeichen zum TÜV

Wer ein Auto bewegen will, der braucht auch die Stadtstempel. Zum TÜV darf man jedoch auch ohne gültige Kennzeichen fahren.

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Wer sein Auto anmelden will oder auf dem Rückweg von der Abmeldung ist, der darf diese Fahrten ohne gültige Plaketten auf den Nummernschildern machen. Ebenfalls erlaubt sind Fahrten, die direkt mit der Zulassung zusammenhängen, also zum Beispiel zur Hauptuntersuchung (§ 10 Abs. 4 FZV). Voraussetzung hierfür sind immer Nummernschilder am Auto – und dass die Zulassungsbehörde zuvor die Daten von Halter- und Fahrzeug erfasst und die Kennzeichen zugeteilt hat. Eine einfache Reservierung von Wunsch-Kennzeichen reicht hingegen nicht aus! Bei der Abmeldung des Autos gilt: Fahrten mit ungestempelten Kennzeichen sind bis zum Ende des Tages der Abmeldung gestattet. Vorausgesetzt, das Kennzeichen ist nicht direkt einem anderen Fahrzeug zugeteilt worden.

Was ist beim Fahren ohne Zulassung zu beachten?

Alle Fahrten zur Zulassungsstelle oder zum TÜV dürfen nur auf direktem, kürzestem Weg geschehen. Auch kurze Umwege sind verboten. Außerdem darf mit einem nicht angemeldeten Wagen nur im Bezirk der Zulassungsstelle und in angrenzenden Bezirken gefahren werden. Grundsätzlich sollten Fahrer, die ohne Anmeldung zur Zulassungsstelle oder zur Hauptuntersuchung fahren wollen, vorher Kontakt mit ihrer Versicherung aufnehmen. Für die Zulassung eines Autos ist ohnehin eine EVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung) nötig – damit garantiert die Kfz-Versicherung, dass sie im Schadenfall die Kosten übernimmt. Ohne eine derartige Bestätigung sollte man auf keinen Fall mit einem unangemeldeten Auto fahren. Eine Ausnahme gibt es für den Rückweg nach der Abmeldung: Der Versicherungsschutz besteht hier in der Regel bis zum Ende des Tages.

Welche Strafen drohen beim Fahren ohne Zulassung?

Wer ohne Zulassung unterwegs ist, fährt vor dem Gesetzgeber ohne Versicherungsschutz – und das ist strafbar. Wichtig für das Strafmaß ist, ob der Fahrer fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat. Im schlimmsten Fall droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Wer fahrlässig handelt, der muss mit einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 180 Tagessätzen rechnen. In einigen Fälle erlischt nur die Zulassung, während der Versicherungsschutz weiter besteht. Wurde zum Beispiel die Kfz-Steuer nicht bezahlt, dann kann das Amt die Zulassung zurücknehmen. Wer trotzdem mit dem Wagen unterwegs ist, riskiert ein Verwarngeld von bis zu 70 Euro und einen Punkt in Flensburg.

Alternativen

Wer ein Auto ohne dauerhafte Zulassung bewegen möchte, der kann auf Kurzzeitkennzeichen zurückgreifen. Damit darf der Wagen bis zu fünf Tage lang gefahren werden – vorausgesetzt, es handelt sich um eine Probefahrt, um die Überführung eines Fahrzeugs vom Kaufort zum Wohnort oder um eine Fahrt zum Vorführtermin bei einer Prüforganisation wie TÜV oder DEKRA. Für die Beantragung eines Kurzzeitkennzeichens muss eine Kfz-Versicherung vorliegen. Wurde bei der Hauptuntersuchung ein Mangel am Fahrzeug festgestellt, ist der Bewegungsradius auch mit einem Kurzzeitkennzeichen eingeschränkt. Geht es darum, ein Fahrzeug ins Ausland zu bringen, gibt es spezielle Ausfuhrkennzeichen.
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