Wann ist der Lappen weg?

Punkte in Flensburg: So droht ein Fahrverbot

Wer zu schnell unterwegs ist oder zu wenig Abstand hält, bekommt schnell ein paar Punkte. Doch bei wie vielen Punkten in Flensburg droht ein Fahrverbot?

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Ein Fahrverbot kann bereits bei einem besonders schweren Verkehrsverstoß folgen. Wer zum Beispiel alkoholisiert fährt oder andere Verkehrsteilnehmer mit zu hohem Tempo oder zu geringem Abstand gefährdet, kann schneller ein Fahrverbot bekommen, als es ihm lieb ist. Doch auch wenn sich der Verkehrssünderkartei in Flensburg zu viele Punkte angehäuft haben, kann es passieren, dass der Führerschein abgegeben werden muss.

Wann wird es eng?

Bei ein bis drei Punkten in der Kartei gibt es nur eine Vormerkung, die bei vier bzw. fünf Punkten schnell zu einer Ermahnung wird. Bei sechs und sieben Punkten gibt es eine Verwarnung und bei acht Punkte wird der Führerschein eingezogen.

Wie bekomme ich den Führerschein wieder?

Bei einem Fahrverbot von einem bis zu drei Monaten bekommt seinen Führerschein automatisch wieder. Wird man beispielsweise unter Drogeneinfluss am Steuer erwischt, schaut die Sache schon anders aus, dann wird nämlich die Fahrerlaubnis entzogen. Hat zum Beispiel ein Gericht eine Sperrfrist verhängt, muss der Betroffene nach Ablauf dieser Zeit den Führerschein bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde wieder beantragen.
Wird man zum ersten Mal betrunken mit weniger als 1.6 Promille am Steuer erwischt, bekommt man seinen Führerschein auch ohne die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung), die umgangssprachlich als „Idiotentest“ bezeichnet wird, wieder. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig mit einem Urteil vom 6. April 2017 verfügt. Allerdings nur dann, wenn nicht davon ausgehen kann, dass auch in Zukunft ein Alkoholmissbrauch stattfindet. Bei einer Drogenfahrt oder beispielsweise als "Alkohol-Wiederholungstäter“, führt kein Weg an der MPU vorbei.

Initiative zeigen

Es ergibt auf alle Fälle Sinn, sich auch während der Sperrfrist mit der Fahrerlaubnisbehörde in Verbindung zu setzen und nachzufragen, welche Maßnahmen man selbst aktiv ergreifen kann, um die Chancen zu erhöhen, seinen Führerschein wieder zu bekommen. Dazu zählt zum Beispiel die freiwillige Teilnahme an einem Abstinenzprogramm.
Welche Unterlagen werden bei der Wieder-Beantragung benötigt:
  • Aktuelles biometrisches Passbild
  • Personalausweis oder Reisepass (gegebenenfalls mit Meldebestätigung)
  • Nachweis über eine Schulung in Erster Hilfe
  • Sehtestbescheinigung einer amtlich anerkannten Sehteststelle, die nicht älter als 2 Jahre sein darf (z. B. vom Augenarzt oder anerkanntem Augenoptiker)
Geht die Fahrerlaubnisbehörde davon aus, dass der Betroffene nicht mehr die erforderlichen Kenntnisse für eine Fahrerlaubnis besitzt, muss man wieder eine Führerscheinprüfung ablegen.

Gericht kann Sperrfrist verkürzen

Die gute Nachricht: Das Gericht kann auf Antrag frühestens nach drei Monaten die angeordnete Sperrfrist für die Erteilung einer neuen Fahrerlaubnis nachträglich verkürzen. Allerdings muss es einen profunden Grund zu der Annahme geben, dass man wieder in der Lage ist, ein Kraftfahrzeug zu führen. Da könnte zum Beispiel ein erfolgreich absolviertes Entzugsprogramm helfen.