Kette spannen Motorrad

Motorradkette spannen: so geht's!

Wie beim Fahrrad muss auch beim Motorrad die Kette nach einer gewissen Zeit gespannt werden. Versäumt man die Kontrolle und die Justierung der Kette, kann diese reißen oder von den Ritzeln springen.

Datum:
Wenn Ihr Motorrad keinen Kardan- oder Zahnriemenantrieb hat, muss die Kette regelmäßig gewartet und, falls sie durchhängt, nachgespannt werden. Dazu bocken Sie das Motorrad so auf, dass das Hinterrad sich frei drehen kann. Hierzu reicht nicht der Seitenständer, sie müssen einen Montageständer verwenden.

Motorradkette spanne: so geht‘s

Die Gangschaltung muss sich im Leerlauf befinden und der Motor ausgestellt sein. Außerdem sollte die Kette möglichst sauber sein, weil so die Spannung am exaktesten bestimmt werden kann. Wichtig: Im aufgebockten Zustand ist das Hinterrad ausgefedert ist, deswegen sitzt die Kette am lockersten.
Der erste prüfende Blick gilt dem Kettenschleifschutz. Ist dieser beschädigt, dringend tauschen, da es sonst unter Umständen die Kette an der Schwinge schleifen kann und sich schneller abnutzt. Danach gilt es den Messpunkt für das Prüfen der Straffheit zu finden. Dazu drehen Sie das Hinterrad und drücken die Kette immer wieder von unten nach oben.

Durchhang messen

Am besten ist es, die Spannung mittig zwischen Hinterradritzel und dem Zahnrad zu messen. Drücken Sie die Kette bis zum Widerstand nach unten, messen diesen Wert mit einem Zollstock und notieren sich diesen. Danach wiederholen Sie diese Prozedur, indem Sie die Kette nach oben bewegen. Ist das geschehen, subtrahieren Sie den niedrigeren Wert von dem höheren und bekommen so den Kettendurchhang. Danach überprüfen Sie anhand der Bedienungsanleitung beziehungsweise dem Handbuch, ob dieser Wert höher ist, als für Ihr Motorrad vorgeschrieben. Ist das der Fall, muss die Kette gespannt werden.
Die Stelle, an der die Kette am straffsten ist, definiert die Spannung. Also suchen Sie die Stelle mit dem kleinsten Durchhang und stellen die Kette gemäß dieser Differenz ein. So verhindern Sie, dass die Spannung an diesem Glied später beim Fahrbetrieb zu hoch wird. Das wäre der Fall, wenn Sie die Kettenspannung anhand des größten Durchhangs definiert hätten. Am besten markieren Sie diese Stelle mit einem Streifen Tesafilm.

Hinterachse einstellen

Den Kettendurchhang verringern Sie, indem Sie das Hinterrad samt Achse und Ritzel in einer dafür vorgesehenen Aufnahme nach hinten schieben. Damit das ganz exakt möglich ist, gibt es bei manchen Motorrädern auf beiden Seiten der Achse Kerben, anhand derer die Einstellung definiert werden kann.
Das Spannen beziehungsweise Einstellen der Kette übernimmt eine Schraube mit zwei Muttern: die Kontermutter (meistens links) und eine weitere, um die Achse letztendlich zu verschieben. Dieser Mechanismus befindet sich auf beiden Seiten der Hinterachse. Lösen Sie zunächst die große Achsschraube und dann die Kontermutter. Danach drehen Sie die Einstellschraube um eine viertel bis halbe Umdrehung nach unten und verschieben so die Achse nach hinten. Nicht vergessen, die gleiche Prozedur auch auf der anderen Seite der Achse zu wiederholen und anhand der Markierungen darauf achten, dass die Achse gerade steht.
Ist das geschehen, den Durchhang an der zuvor markierten Stelle überprüfen. Ist dieser korrekt, ziehen Sie die Achse mit Hilfe eines Drehmomentschlüssels wieder fest (das Drehmoment im Handbuch nachschlagen). Danach auch die Kontermutter auf beiden Seiten wieder festschrauben, aber nur handfest ziehen!